
Seit Anfang der 80er Jahre haben Marketing-Events als Kommunikationsinstrument einen sensationellen Aufstieg erlebt. Und Prognosen gehen davon aus, dass die Bedeutung – langsamer zwar – weiter wächst. Mittlerweile spricht man wie selbstverständlich von einer Erlebnisgesellschaft. Events sind Teil der Populärkultur geworden.
Hinter diesem Bedeutungszuwachs des Emotionalen steht nicht nur kluges Marketing, sondern ein manifestes Bedürfnis seitens der Konsumenten. Dasselbe Phänomen lässt sich in vielen Feldern der Kultur, den Medien und der Politik beobachten. Es ist im Zusammenhang mit einem Prozess der kulturellen Differenzierung von spätmodernen Gesellschaften zu sehen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Waren immer mehr als Teil von Dienstleistungsbündeln und Sinnangeboten gesehen werden.
Die mittlerweile umfangreiche Erfahrung der Zielgruppen mit Events in Beruf und Freizeit setzt die Meßlatte für das Event-Marketing deutlich nach oben. Doch nach wie vor dominieren die gewohnten Nummern-Revues mit integriertem 4-Gänge-Menü. In der Regel werden sie schnell wieder vergessen: Die Faszination und das ureigene Profil vieler Marken können sie nur selten transportieren. Umso wichtiger und erfolgversprechender wäre dies in unserer „economy of memory“.
Die etwas groben Show-Elemente können nun beiseite gelassen werden und feineren Markeninszenierungen Platz machen. Denn wie für die klassische Werbung so gilt auch für Events: Kommunikation muss sich dem Konsumenten auf immer neue Weise nähern und ihn überraschen. Sonst entsteht kein nachhaltiger Effekt, bestätigt die moderne Hirnforschung (was gute Werbung seit Jahrzehnten kennzeichnet). In folgenden sieben Punkten sehen wir Potential:
01:_Genauigkeit: Marken-Events sind Markeninszenierungen. Je genauer die Marke und die Kernbotschaften verstanden und adäquater in die Raum-Zeit-Inszenierung übersetzt werden, desto authentischer ist der Event. Genauigkeit und Authentizität bewegen bei den Gästen mehr als Show-Firlefanz.
02:_Kreativität: Die Zeit ist reif für innovativere Formen von Events und phantasievollere Inszenierungen. Die Welt des Theaters, der Ausstellungskonzepte und der Architektur bieten reichhaltige Anregungen.
03:_Ganzheitlichkeit: Events verknüpfen in der Regel unterschiedliche ästhetische Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Theater, Akrobatik und Lichtdesign. Diese unterschiedlichen Traditionsbestände werden häufig recht wahllos miteinander verbunden. Eine gute Inszenierung verbindet diese zu einem verzaubernden Ganzen.
04:_Anteilnahme: Events sind das dialogintensivste Kommunikationsinstrument! Erleben heißt intensive Auseinandersetzung und Aktivierung. Die Besucher sollten viel stärker als bisher zu Miterlebenden und Mitwirkenden gemacht werden. Je interaktiver der Event, desto stärker und anhaltender die Wirkung. Vor Ort sind Menschen mit Meinungen, Wissen und eigenen Geschichten präsent. Die Gäste sollten diese Einbringen können: Denn erst die Erfahrung von Gemeinsamkeit macht den Event zum Event.
05:_Atmosphäre: Sie ist so zu gestalten, dass sich die Gäste stets wohl und gut unterhalten fühlen. Kommunikationsbotschaften werden in diesem Zustand des Flow am besten aufgenommen. Insofern ist eine genaue Dramaturgie der Stimmungen zu entwickeln. Am Ende sollen die Gäste mit einem Gefühl der Bereicherung nach Hause gehen.
06:_Bildprägekraft: Nachhaltig in Erinnerung bleibende Events leben von einprägsamen optischen Eindrücken. In besonderer Weise ist daher auf eine hohe Bildprägekraft des Event-Sets zu achten.
07:_Integration: Die Inszenierung fängt bereits mit der Ankündigung bzw. Einladung zum Event an (und endet mit Postmarketing-Maßnahmen). In vielen Fällen sind Events Bestandteil ganzer Kampagnen oder Kundenbindungsprogramme. Es ist darauf zu achten, dass diesen komplexen Kommunikationsprogrammen Leitideen zugrunde liegen, die sich tatsächlich für eine umfassende Vernetzung eignen. Nur so entsteht starke, integrierte Kommunikation („konzentrische Kommunikation“).
Wie eingangs beschrieben, ist das Eventhafte Teil unserer Wirklichkeit geworden, weit über die Perspektive von Marken hinaus. Insofern können Prinzipien des Event-Marketing für innovative Formen der PR und der Kommunikation insgesamt interessante Anregungen geben. Und da gute Marken stets mit neuen Innovationen aufwarten und sich konstant weiterentwickeln, können sie in Summe als Dienstleister einer Erlebnisgesellschaft gesehen werden. Auch wenn Events immer nur einen Ausschnitt aus dem Marketing-Mix bilden, ihre Impulskraft geht weiter darüber hinaus.
Unser_Leistungsspektrum_im_Bereich_der_Event-Kommunikation